Preisträgerinnen des Dr.-Dagmar-Morgan-Preises

2012

Der Preis wurde verliehen für hervorragende Leistungen zur Förderung von Mädchen und Frauen  im Bereich Informationstechnologie (IT) / Neue Medien

LanParty Girls only
Forum Beruf, Karriere, Zukunft e.V.  &   
TU-Darmstadt, Fachbereich Informatik
BAFF-Frauen-Kooperation gGmbH
Ausbildungsprojekt zur Mediengestalterin Digital und Print, Fachrichtung Gestaltung und Technik
     
Foto: www.owwerramschd.de  

Seit 2003 führt das Forum Beruf e.V. in Kooperation mit der TU-Darmstadt, Fachbereich Informatik einmal jährlich die LanParty Girls only durch, da sie aufgrund langjähriger Erfahrungen in der Arbeit des Vereins die Notwendigkeit erkannten, Mädchen bereits frühzeitig bei der Bildungs- und Berufswahl zu unterstützen und für den Bereich Informationstechnologie und die MINT-Fächer (Ma-thematik-Informatik-Natur- wissenschaften-Technik zu interessieren. 
LanParty Girls only ist ein niedrigschwelliges IT-Angebot, bei dem Mädchen und junge Frauen spielerisch und mit Spaß ihre Computerfähig- keiten ausbauen können und „so ganz neben- bei” etwas ü-ber zukunftsträchtige IT-Berufe erfahren. Mit Handys, PC und Internet gehen junge Frauen zwar ganz selbst-verständlich um, allerdings findet diese positive Technikakzeptanz in der Berufsentscheidung von Mädchen keine Entsprechung. Die LanPartys zeigen, dass sich Spiel, Spaß und Weichenstellung für die Berufs- und Lebensplanung jenseits der klassischen Rollenbil-der nicht ausschließen.
Teilnehmen können Mädchen ab 12 Jahren. Auf der LanParty Girls only können die Teilnehmer- innen zusammen mit an die 80 anderen Mädchen und unter Anleitung erfahrener IT-Pädagoginnen ein realistisches und vorurteilsfreies Bild von der Realität eines Informatik-Studiums oder einer IT-Ausbildung gewinnen. In verschiedenen Workshops können sich die Mädchen spielerisch mit Themen wie Programmierung, dem Aufbau eines Computers oder auch ganz konkret den Karrieremöglichkeiten als junge Frau in der Informatik auseinandersetzen. 
Das Projekt LanParty Girls only hat inzwischen Schule gemacht und wird seit 2011 auch in Frankfurt angeboten, als weiterer Standort ist Dieburg angedacht.
An der 1. LanParty 2003 haben 10 Mädchen teilgenommen, inzwischen ist aufgrund der positiven Resonanz die Zahl der Anmeldungen auf 106 Mädchen gestiegen. 
Alles in allem ist das Projekt LanParty Girls only eine nachahmenswerte Initiative, der wir weiterhin viel Erfolg wünschen.

Die BAFF-Frauen-Kooperation gGmbH setzt sich primär für die Verbesserung der Arbeitsmarkt- chancen von gering qualifizierten Frauen ein. Ziel ist, mit interessierten Frauen realistische berufliche Perspektiven zu entwickeln und die Frauen bei der Einmündung in den 1. Arbeitsmarkt zu unterstützen. Hierbei motiviert Baff die Frauen, sich für die Bereiche der Informations- und Kommunikations- techniken (IuK-Technologien) zu interessieren und sie nachhaltig daran teilhaben zu lassen.
Zur Umsetzung dieses Ziels wurde ein Ausbildungs- projekt konzipiert, in dem die Frauen eine 3-jährige Ausbildung zur Mediengestalterin Digital und Print, Fachrichtung Gestaltung und Technik absolvieren.
Die Ausbildung umfasst neben den Inhalten des betrieblichen Ausbildungsplans mehrwöchige Betriebspraktika, ergänzenden Unterricht in fach- bezogenen Fächern, sprachliche Förderung, sozialpädagogische Begleitung und Kinderbetreuung. Diese Rahmenbedingungen verbessern die Vereinbarkeit von Familie und Beruf und sind wichtige Bausteine für die Integration von benachteiligten Frauen ins Erwerbsleben. 
Bei der Ausbildung wird die webbasierte Lernplattform „ILIAS“ und E-Learning eingesetzt, zeitgemäßes und kosteneffizientes Lernen am Computer ist effizient, flexibel und qualitativ hochwertig.
Der Zweckbetrieb »die medienwerkstatt« bietet er professionelle Lösungen für die erfolgreiche Präsentation von Dienstleistungen.und gewährleistet über die Abwicklung von Kundenaufträgen eine praxisnahe Ausbildung der Mediengestalterinnen. Das Angebot der Medienwerkstatt umfasst Flyer, Plakate, Folder, Broschüren, Visitenkarten, Briefpapiere, Logos, Präsentationen, Internetauftritte und mehr.
BAFF entwickelte diese Maßnahme in engen Kontext mit Kommunen, Wirtschaftsbetrieben, Institutionen und/oder anderen Kooperationspartnern. Bevorzugt werden Projekte, die in enger Kooperation mit Wirtschaftsbetrieben stattfinden. 
Bisher haben alle jungen Frauen, die bei Baff eine außerbetriebliche Ausbildung bis zum Ende durchlaufen haben, diese auch erfolgreich beendet und konnten mehrheitlich in eine Anschlussarbeitsstelle vermittelt werden. 

2010

Der Preis wurde verliehen für für hervorragende Leistungen 
zur beruflichen Eingliederung von Mädchen und Frauen

Frauenkompetenzzentrum
sefo_femkom

Ulla Kurz 

Zentrum für Information, 
Beratung und Bildung

ZIBB

Andrea Balmert 

Sefo_femkom ist ein feministisches Bildungs- und Beratungszentrum, dass sich schon seit 1983 zum Ziel gesetzt hat, Initiativen zu ergreifen und Maßnahmen durchzuführen, die zur aktuellen, präventiven und grundsätzlichen Verbesserung der Situation von Frauen beitragen. Das Frauenkompetenzzentrum sefo_femkom mit Sitz in Darmstadt begreift sich dabei heute als Schnittstelle zwischen den Nutzerinnen, den Förderangeboten der Arbeitsagentur, den Arbeitsgemeinschaften der Stadt Darmstadt und des Landkreises Darmstadt-
Dieburg, dem Weiterbildungsmarkt, den Kammern, Betrieben und Unternehmen. Durch frauengerechte und passgenaue Bildungs- und Beratungsangebote werden Weiterbildungsbarrieren und Integrationshemmnisse für arbeitsmarktferne Gruppen, insbesondere Berufsrückkehrerinnen abgebaut und deren Wiedereinstieg in die Erwerbswelt unterstützt.
Das Frauenkompetenzzentrum Sefo_femkom hat sich durch konzeptionelle Grundlagenarbeit in der feministischen Bildung und Beratung, sein Engagement für die Verbesserung der gesellschaftlichen Lage von Frauen, sowie durch die Initiierung und Umsetzung konkreter Maßnahmen für Berufsrückkehrerinnen zu einer etablierten Fachberatungsstelle und Weiterbildungseinrichtung für die gesamte Region entwickelt. 

ZIBB wird getragen von dem Verein Frauen für Frauen e.V., der 1985 durch engagierte Groß-Umstädter Frauen gegründet wurde. Die berufliche Eingliederung von Frauen war von Beginn an einer der Arbeitsschwerpunkte. Das Angebot wurde seitdem kontinuierlich weiterentwickelt und methodisch angepasst.
Der Verein Frauen für Frauen e.V. arbeitet seit 24 Jahren in Groß-Umstadt und ist damit das älteste Frauenberatungs- und Bildungszentrum im Landkreis Darmstadt- Dieburg. 
Zu ihren besonderen Leistungen gehören:
- Die Etablierung eines feministischen Beratungs- und Bildungsangebotes;
- Die Sensibilisierung von Politik und Öffentlichkeit hinsichtlich der Bedürfnisse von
  Wiedereinsteigerinnen und berufstätigen
  (Familien-)Frauen 
- Die Beratung, Vermittlung und aktive
  Unterstützung von Frauen beim Neu- und
  Wieder-Einstieg in das Berufsleben 
- Die Durchführung von Berufsorientierungskursen seit mehr als 20 Jahren, 
- Die Konzeptionierung und Umsetzung von
  Bildungsurlauben für Arbeitnehmerinnen, und vieles mehr...
Neben der Arbeit für die berufliche Integration von Frauen und Mädchen bietet ZIBB ein im ländlichen Raum einmalige, dringend erforderliches umfangreiches psychosoziales Beratungsangebot für Frauen in krisenhaften Lebenssituationen und ist eine wichtige Anlaufstelle in vielen Lebenslagen. 

2008

Der Preis wurde verliehen für  Projekte und Initiativen auf dem Gebiet 
“Gesundheit und Krankheit aus Frauensicht”

Cornelia Hinrichsen

Frauencafé Weiterstadt

Der 1. Preis ging an die Ärztin Cornelia Hinrichsen, die das erste Beratungsangebot nach der Diagnose Brustkrebs bei den FrauenFreiRäumen in Reinheim mit ins Leben gerufen hat und maßgeblich an allen weiteren Projekten, die seitdem im Kreis entstanden sind, beteiligt ist. Dem großartigen Wirken von Cornelia Hinrichsen ist es zu verdanken, dass der Landkreis Darmstadt-Dieburg zu den Regionen gehört, in denen Frauen mit Brustkrebs kompetente Anlaufstellen finden. Cornelia Hinrichsen, 55 Jahre und Mutter von zwei Kindern, ist eine aktive Netzwerkerin und hat sich als Expertin in Sachen Brustkrebs einen Namen gemacht. Sie tritt bundesweit als Referentin auf und führt selbst Seminare durch. Cornelia Hinrichsen ist Sprecherin des Arbeitskreises Frauengesundheit in Medizin, Psychotherapie und Gesellschaft e.V., Regionalgruppe Südhessen und engagiert sich im Deutschen Ärztinnenbund, in der AG Gesundheit im Landkreis Darmstadt-Dieburg sowie im Arbeitskreis Netzwerk gegen Mobbing. Seit Oktober des Jahres 2008 betreut sie auch die Telefon-Hotline des Landkreises für Betroffene und Angehörige.

Der 2. Preis ging an den Verein Frauencafe aus Weiterstadt. Der Verein, gegründet im September 1987, ist eine Inititative von Frauen für Frauen. Das Frauencafé in Weiterstadt setzt sich beispielgebend für die Gesundheit von Frauen ein. Mit ihrem Beratungsangebot und Seminaren tragen die Frauen des Frauencafés seit vielen Jahren dazu bei, dass Krankheiten vorgebeugt wird und erkrankte Frauen unterstützt werden.  Neben der Beratung bei Krisen und Unruhen in allen Lebenslagen, der Beratung zur Erziehung und der Aggressions- und Konfliktberatung, erlangte vor allem das Zustandekommen der Beratung "Nach der Diagnose Brustkrebs" große öffentliche Aufmerksamkeit. Vorausgegangen war der „Lauf für mehr Leben“, den das Frauencafé mit großem Einsatz im Juni 2005 durchführte. mehr als 120 Teilnehmerinnen und Teilnehmer meldeten sich an. Mit dem Erlös wurde im November 2005 das Beratungsangebot für von Brustkrebs betroffene Frauen eröffnet. In Zukunft möchten die Frauen des Frauencafés Weiterstadt Beratungen für Frauen mit Krebserkrankungen verschiedenster Art anbieten und mehr Frauen mit Migrationshintergrund mit ihrem Angebot erreichen.

2006

Der Preis wurde verliehen für besonderes Engagement zur 
Integration und Förderung von Mädchen und Frauen mit Migrationshintergrund

                  Mehrnousch Mousawi,

       Mariam Nashir        

Für 24 Jahre politisches Engagement ist die im Iran aufgewachsene Frauenaktivistin Mehrnousch Mousawi geehrt worden. Als Mitbegründerin des Komitees für Frauenrechte im Mittleren und Nahen Osten engagiert sie sich für ein selbstbestimmtes Leben von Frauen auch aus muslimischen Familien. 
Die in Ober-Ramstadt lebende Mousawi hat in Frankfurt und Mannheim Frauenflüchtlings-Beratungsstellen mit aufgebaut. Sie setzt sich für eine Abschaffung der Geschlechterapartheid und den Kampf gegen Steinigungen, Zwangsheirat und Zwangsverschleie- rung ein. Sie begleitet ausländische Frauen zu Gerichtsterminen und hilft, in Abschiebungsverfahren zu vermitteln. Sie leistet praktische Hilfe vor Ort und setzt sich international für die Rechte der Frauen ein.

In Afghanistan geboren und aufgewachsen, baute sie eine Mädchenschule auf und leitete sie. Anfangs waren es nur 40, nach 13 Jahren 850 Schülerinnen, die sie als Mathematik- und Englischlehrerin zum Abitur führte. 1973 wurde die Schule von den Taliban geschlossen. 
Geehrt wurde Mariam Nashir, die 1979 nach Deutschland kam und seit 1999 in Roßdorf lebt, für ihre anpackende Hilfe in Gundernhausen. Die Zweiundsiebzigjährige bietet dort ehrenamtlich Deutschkurse für ausländische Frauen an. Seit Beginn ist die Mazedonierin Ceflije Useini Schülerin von Frau Nashir. „Ich habe viel gelernt“, berichtet die Mutter von zwei Kindern, die Frau Nashir zusammen mit einer weiteren Schülerin zur Verleihung begleitete. Mit deutschen Leuten habe sie sonst nicht viel Kontakt. „Frau Nashir hat immer Zeit für uns, auch für persönliche Fragen“, lobte sie die Preisträgerin.

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